Mit großer Beteiligung zum urbanen Quartier
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu neuem Wohnraum: In diesem Herbst kann die Offenlage für unsere Entwicklung des Singer-Areals stattfinden. Das hatte der Stadtentwicklungsausschuss in Würselen noch vor der Sommerpause beschlossen.
„Wir freuen uns sehr über das gezeigte Vertrauen der Politik und der Stadt“, sagt Dr. Friederike Fugmann, Leiterin Quartiersentwicklungen bei Landmarken, und lobt insbesondere die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung. „Wir sind optimistisch, dass der Bebauungsplan im nächsten Jahr beschlossen wird und wir dann in die Vorbereitung der baulichen Umsetzung starten können.“
Der Optimismus speist sich auch aus den vielen positiven Reaktionen aus der Nachbarschaft. Doch woher kommen diese? „Wir haben ein hohes Maß an Partizipation angestoßen, das weit über das vorgeschriebene Maß hinaus ging“, sagt Friederike Fugmann. Angefangen mit einer Postkartenaktion zur Befragung der direkten Nachbarn, wurden auf dem Grundstück selbst mehrere Informations- und Beteiligungsformate ausgerichtet, unter anderem mit der Wandelbar (siehe Infotext). Es gab einen Gesprächsabend für Gewerbetreibende der Umgebung ebenso wie eine separate Kinder- und Jugendbeteiligung. Auch im Rahmen des dialogischen Werkstattverfahrens waren Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre Wünsche und Anregungen zu platzieren, die von den teilnehmenden Büros aufgegriffen wurden. Einiges davon findet sich auch im Siegerentwurf von Molestina Architekten wieder.
Doch damit nicht genug. Erstmals haben wir auch ein digitales Beteiligungstool getestet – mit umwerfendem Erfolg. „Senf“ heißt die Partizipationsplattform eines jungen Start-ups, die es jedem ermöglicht, „seinen Senf dazugeben“ und online mitzubestimmen. Warum das auch fürs Singer-Areal ein Riesenschritt war, erklärt Friederike Fugmann: „Mit Senf haben wir es erstmals geschafft, junge Erwachsene zu erreichen.“ Weit über hundert Menschen haben an der Senf-Umfrage teilgenommen – für mehr als 80 Prozent davon war es die erste Beteiligung. „Es hat sich bewahrheitet, dass die Ergänzung unseres Werkzeugkastens um ein digitales Tool den Kreis derer, die sich beteiligen, deutlich erweitern kann“, sagt Friederike Fugmann und ergänzt: „Man stellt schon fest, dass dieses Projekt die Leute sehr bewegt. Genau deshalb mache ich das gerne – weil es einen echten Impact hat.“
„Es freut uns sehr, dass die Entwicklung des Singer-Areals nun Fahrt aufgenommen hat und dass Landmarken eine sehr intensive Beteiligung ebenso wichtig ist wie der Stadt. Die gute Resonanz zeigt, wie zentral das Projekt für die Würselener Innenstadt ist.“
Heike Ohlmann, Technische Beigeordnete der Stadt Würselen
Das Projekt:
Auf dem Areal der stillgelegten Nadelfabrik Singer in Würselen bei Aachen entwickelt Landmarken ein gemischtes und lebenswertes Quartier auf einer Fläche von rund 29.000 m² im Herzen der Stadt. Hier entstehen bis zu 26.000 m² Wohnraum für jede Generation sowie attraktive Zusatzangebote.
Das ist die Wandelbar:
Die Wandelbar ist ein ausgedienter Seecontainer, dem durch das Landmarken-Team neues Leben eingehaucht wurde: Als mobiler Treffpunkt kann sie überall da eingesetzt werden, wo neue Projekte entstehen. Sie schafft ein Dialog-Angebot für die Nachbarschaft, Interessierte und Planende und ermöglicht Treffen zur Partizipation, Abstimmung und Information direkt auf dem Projektgrundstück.